totd #05 – Das neue Jahr und die bisherigen Vorurteile

Erstmal wünsche ich euch allen einen schönen Start ins neue Jahr!

(Zum Thema Sex komme ich weiter unten, hier geht es erstmal um mein Leben.)

Nun, meines startet mit einer Trennung. In dem vorherigen Post habe ich geschrieben, dass ich nun offiziell Single bin. Wir hatten etwas Probleme mit der Kommunikation, die mir ja immer sehr wichtig war. Die Kommunikation hat außerhalb des Bettes nicht so gut funktioniert, wie ich dachte. Manchmal bin ich viel zu direkt und deshalb schreibe ich auch die Geschichten so, wie ich sie nüchtern betrachte. Vielleicht klingt etwas gemein und mich enttäuschen auch viele Sachen, aber niemals bin ich nachtragend.

Es sind aber meine Wahrnehmungen und Erlebnisse, die ich nur aufgreife, um mich (also mein Wesen) zu erklären. Manchmal sagt man zu mir, dass ich ein Roboter bin und keine Gefühle habe. Mr. Exfreund hat mich sogar mit einem Google-Auto verglichen. Er wollte damit ausdrücken, dass ich mich immer korrekt verhalte, aber man das nicht so erwartet und dann baut man „Unfälle“ (= entstehen Konflikte). Deswegen wurden diese Autos nach dem Verhaltensmuster eines echten Autofahrers umprogrammiert und nicht mehr nach den Verkehrsregeln.

Aber dann ist mir aufgefallen, dass ich an der Sache nicht die ganze Schuld trage, sondern auch er, weil er sich seinem Umfeld angepasst hat, genau wie das Auto sich an die Menschen anpassen muss, um Konflikte aus dem Weg zu gehen. Würden sich alle korrekt verhalten, gäbe es aber keine Probleme. Aber das wird nie passieren. Doch wie soll man Probleme lösen, wenn man diese nicht anspricht? Sein Umfeld erscheint mir ziemlich komisch. Er behauptet, dass man in einer Freundschaft sich nicht traut alles zu sagen, um andere nicht zu verletzen.

Bei mir sollte man verstehen, dass wenn ich jemanden etwas vorwerfe oder mich beschwere, dass man das auch lösen kann, anstatt es in mich reinzufressen. Denn dann läuft irgendwann das Fass über und man kann es nicht mehr retten, genau wie es bei ihm der Fall war. Wenn ich niemals anspreche, was mich stört, dann macht er doch immer so weiter, oder? Man muss ja damit rechnen, dass man eine Reaktion bekommt, wenn man etwas auslöst. Wenn ich also jemanden kritisiere, dann rechne ich damit, dass ich auch kritisiert werden kann.

Berechtigt ist, wenn eben meine Kritik nicht stimmt, aber oftmals hat noch nie jemand richtige Argumente gebracht. Man weicht aus oder bringt auf einmal Sachen rein, die nichts damit zu tun haben. Zum Erwachsen sein gehört für mich dazu, dass man sich nicht gegenseitig angreift. Damit meine ich auch Todschlagargumente wie „Du bist doch nur frustriert, weil du bestimmt keine abkriegst“. Sehr beliebt sind solche Sprüche wie „Ach, halt‘ einfach deine Fresse“. Danach werden diese Bälle hin und her geschmissen und man entfernt sich eigentlich vom Diskussionsinhalt. Daraus entstehen kleine Kriege (z.B. auch sog. Rosenkriege), die unnötig sind. Das passiert häufig in Beziehungen. Ich bzw. eine Freundin nennt sowas einen „Trigger“. Man reagiert über, wenn der Partner etwas sagt, wo man bei Freunden oder sogar Fremden nicht so reagieren würde.

Beim Zusammenleben häufen sich die Dinge öfters als wenn man sich nur gelegentlich sieht. So fällt es zum Beispiel aus Sicht der Frau auf, dass der Freund nie etwas mit ihr unternimmt und sie einmal im Monat zusammen draußen sind. Er ist auch jede Woche mit seinen Freunden unterwegs. Doch aus Sicht des Mannes glaubt er, dass wenn man sich täglich sieht, dass es genug sei. Denn die anderen sieht er weniger, was in dieser Relation ja auch stimmen mag. Also sind beide jedesmal genervt oder streiten sich, sobald die Frau sich beklagt.

Mit Menschen streitet man sich automatisch, wenn man verschiedene Meinungen hat. Aber danach ist bei (wahren) Freunden wieder alles gut und man ist nicht beleidigt oder sauer auf den anderen.

Andere teilen aus, können aber nicht einstecken. Deswegen gibt es keine Fairness in der Gesellschaft. Wenn man nämlich nicht einstecken kann, sollte man auch nicht austeilen. Das wäre fair. Also, mir bringt es rein gar nichts, wenn ich eine private Nachricht bekomme, beleidigt werde und dann steht da am Schluss: „Du musst nicht auf diese Nachricht antworten“. Manchmal wurde ich sogar blockiert bevor ich es lesen konnte. Es bedeutet nur: „Ich will meinen Senf abgeben, aber du sollst nichts sagen, damit ich mich besser fühle.“

In seiner Welt, also die vom MR. Exfreund scheinen das falsche Freunde zu sein. Diese, die nur hören wollen, was ihrer Meinung entspricht. Wenn man auf einmal eine andere Meinung hat, wird man auch nicht mehr eingeladen oder sie melden sich immer weniger. In welcher Welt leben solche Menschen, dass sie immer Recht haben müssen? Alles hat einen Widerspruch. Nichts ist richtig oder falsch. Es kommt immer auf die Situation an, wie einer sie bewertet. Deswegen hasse ich Menschen, die sagen, dass sie wissen, was richtig und falsch ist. Sorry, aber NIEMAND kann für ANDERE bestimmen, was er für richtig oder falsch hält. Ich halte es z.B. für falsch, wenn man klaut, obwohl man Geld hat. Aber ich halte es für richtig, wenn man klaut, damit er überlebt. Da tauchen eben Grauzonen auf. Nichts ist schwarz oder weiss.

Natürlich können sie denken, dass sie Recht haben, aber sie können auch die Meinung anderer einfach tolerieren und respektieren, dass diese es nicht so sehen wie sie.

Ich meine, es wird immer ein Konfliktgespräch zwischen einem Vegetarier und einem Metzger geben. Da gewinnt keine Seite. Man kann miteinander diskutieren, aber den anderen nicht zwingen dasselbe zu tun, nur weil man an etwas glaubt. Genauso sieht es auch mit der Religion aus. Ich kann da nicht verstehen, warum jeder denkt, nur seine Religion ist die einzig Wahre. Nein, es ist deine Religion. Du kannst entscheiden an was du glauben möchtest, aber bestimme nicht die Religion eines anderen. Ich glaube fest daran, dass Gott oder wie du es nennen magst, dir fette Minuspunkte gibt, dass du andere nicht respektierst. Ob Glauben, ob Vorliebe im Bett oder auch der Lifestyle. Jeder ist individuell und kann für sich selbst entscheiden. Wenn du jemand in deinem Leben willst, der nur mitläuft, kannst du dich nicht weiter entwickeln. Du erreichst einen Stillstand.

Und da kommen wir zum Thema Sex, worauf ich hinaus möchte.

Gerade, weil jeder eigene Vorlieben hat und sich nicht vorstellen kann, dass andere Menschen sich damit wohl fühlen, verurteilen sie andere. Siehe Fetische.

Mir fällt oft auf, dass viele Frauen Anti-Füße sind, ich bin da auch eher abgeneigt, weil ich mir nicht vorstellen kann, was daran erotisch sein soll. Man muss nicht jemand anderes als krank bezeichnen, nur weil er auf Füße steht. Aber man kann für sich sagen, dass man das nicht möchte. Ich meine, man wird nicht gezwungen etwas zu tun. Respekt sollte da sein, wer das eben tut.

Genauso habe ich mal gelesen, dass jemand andere als krank und gestört bezeichnet hat, nur weil diese auf Rapeplay stehen. Ich denke dann immer, wieso verurteilst du andere, wenn du genauso von anderen so gut wie verurteilt wirst?! Du machst auch nicht, was dich besser macht.

Ich bin mir noch unschlüssig über Rapeplay, da ich das noch nie getan habe, aber ich glaube schon, dass ich auf dieses Rollenspiel mit meinem Exfreund stehen würde. Wir haben oft darüber geredet. Prickelt schon bei mir. Aber das werde ich wohl nie heraus finden. Ich bin vielleicht so die Mitte zwischen Normal und Extrem. Durch meine Neugier bin ich gerne am Ausprobieren. Aber ich mache nie extreme Sachen. Zum Beispiel lass‘ ich mich gerne leicht würgen, aber ich würde mich nie trauen Atemreduktion zu machen. Selbst bei meinem Ageplay habe ich dann gemerkt, dass ich „harmlos“ wirke im Gegensatz zu anderen. Im Vergleich zu den Standartfrauen wäre ich dann extrem. Diese machen fast gar nichts, was über ihr Blümchensex hinaus geht.

Versteht mich nicht falsch. Blümchensex ist weder schlecht, noch zu verachten. Es ist manchmal gut, aber ich finde es total langweilig, wenn man nur das Gleiche macht und nie versucht herauszufinden, was einem gut tut.

Jeder kann seine Meinung haben und auch behalten. Warum müssen andere sich aber nach deren Ideal richten?

Mir hat mal eine Freundin erzählt, dass eine prüde Bekannte sie mal verdattert angeschaut hat, denn Oralsex empfindet sie als abartig pervers. Ihr Mann hat sie dann irgendwann genau deswegen verlassen. Danach hat sie dann Sex mit dem Bruder ihres Exmanns gehabt und dem Ehemann meiner Freundin vorgeschwärmt, wie geil doch Oralsex wäre.

Manche haben mich verachtet, weil ich mit 14 schon Sex hatte und dann kommt dann nach deren Entjungferung: „Jetzt weiß ich, warum du das getan hast, Sex fühlt sich ja echt toll an. Ich hätte auch früher damit angefangen, wenn ich das gewusst hätte“.

Manchmal wird man für alles verurteilt, weil diese nicht sehr weit entwickelt sind.

Wie nach zuvor ist es bis heute immer noch ein Problem, dass die Gesellschaft nicht zugibt, dass Sex normal ist. Deswegen trauen sich viele Paare nicht ihre Wünsche auszusprechen. Beziehungen halten deswegen nicht, weil einer von beiden unzufrieden ist. Meiner glaubt mir zum Beispiel nicht, dass der Sex so bleiben wird wie wir ihn bisher hatten. Er glaubt, dass ich wie jede andere Frau dann plötzlich mit Sex aufhöre, sobald wir zusammen sind, nur weil er solche kennt. Das ist traurig.

Ich wünsche mir einfach nur, dass jeder für sich entdeckt, was er mag und womit er sich wohl fühlt. Achtet mehr auf euch selbst anstatt auf andere zu schauen. Lebt euch aus. Jeder hat verschiedene Bedürfnisse.

Auf das 2018 sich weiterentwickelt!

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