#2.4 – Ferngesteuert!

Yay, wir sind schon beim vierten Teil angekommen! Wer den letzten Teil verpasst hat, der kann hier nachlesen (:

Wer liebt den Montagmorgen schon. Vor allem nach einem Wochenende mit so viel Schlafmangel, war das Aufstehen nicht besonders angenehm. Aber genug gejammert. Auf jeden Fall ging der Kitsch von gestern Abend weiter. Wir sind zusammen zum Bahnhof gelaufen um nach Düsseldorf zu fahren. Am Gleis konnten wir uns kaum von Umarmungen und Küssen lösen. Sogar im Zug haben wir geknutscht. Obwohl wir an so einem Viererplatz saßen. Ich weiß gar nicht wie er zu Öffentlichkeit steht, ich glaube es ist ihm ziemlich egal. Mir ist das irgendwie immer total unangenehm. (Es ist inzwischen besser geworden.) Früher hatte ich mir sogar immer dumme Kommentare erlaubt, wenn Pärchen wild in der Bahn rumgezüngelt haben. Okay, das tue ich weiterhin nicht wirklich. Eigentlich habe ich solche Menschen immer verachtet. Vielleicht war ich auch einfach nur neidisch? Naja, es war auf jeden Fall voll der Schritt für mich. Anscheinend ist einem alles ziemlich egal, wenn man auf seiner Wolke ist. Schon komisch, dass es für mich nichts mehr besonderes ist, wenn ich mich vor einem Mann entkleiden soll, aber in der Öffentlichkeit Händchen halten und knutschen ist mir peinlich… Versteht mich bloß einer (:

In Düsseldorf angekommen, hatte ich ihn noch zum Gleis begleitet und gewartet bis seine S-Bahn ankam. Dann haben sich unsere Wege getrennt. Wir haben uns dann noch süße Nachrichten geschickt, dass wir es schön fanden und das wiederholen möchten. Ich fuhr erstmal nach Hause, weil ich damals nur Spätschichten gemacht hatte und erst um 17h zur Arbeit musste. Zum Glück. So konnte ich noch ein wenig schlafen und meine Gedanken sortieren. Es kam so wie ich erwartet hatte. Ich hatte einen schlimmen Gefühlsdrop und total die Panik geschoben. Er war mir einfach zu schnell, zu nah. Das realisierte ich aber erst in dem Moment. Die meisten kriegen nicht so viele Gefühle von mir gezeigt. Auch wenn man denkt, dass ich offen bin, in Wirklichkeit bin ich es gar nicht. Ich habe eine riesige Mauer um mich emotional zu schützen.

Ich bin Borderlinerin und Ambivalenz ist ein Teil von mir. Ich bin süchtig nach Menschen. Ich bin süchtig nach Nähe, aber ich habe vor nichts mehr Angst als Nähe. Ich habe Angst, die Menschen, die ich liebe zu zerstören. Ich habe Angst, dass Menschen, die ich liebe mich verletzen und verlassen. Also wollte ich nur noch alles beenden und vor allem weglaufen. Ich habe es versucht, aber er hat mich davon überzeugt, dass er sich selbst schützen kann. Dass ich ihn nicht kaputt machen kann. Er erzählte mir eine Geschichte aus seiner Vergangenheit und vermittelte mir das Gefühl, dass er mich nicht einfach hassen könnte. Und ich nicht mein Borderline bin.
Der Emotionsausbruch hat sich gelegt und wir redeten darüber, dass er auch mal gerne meine Wohnung sehen wollen würde. Ich sprach darüber, dass ich mich fragte, wann wir wieder spielen und neue Dinge entdecken könnten. So verabredeten wir uns bei mir zuhause für den kommenden Freitag.

Wir versuchten die Tage bis zum Wochenende zu überbrücken und ich hatte tatsächlich die Nacht davor noch ein Sexdate mit einem anderem Kerl gehabt. Die Geschichte ist nicht so erzählenswert. Das einzig interessante war, dass wir mitten im Vorspiel gemerkt haben, dass keiner ein Kondom hatte und es letztendlich nur beim oralem Verkehr geblieben ist. Wir wollen uns aber nochmal wiedersehen. Vielleicht wird die Geschichte dann lang genug sein um sie eines Tages zu erzählen.

Dann war es endlich Freitag. Ich war mit „Jh“ unterwegs und hatten da eine ziemlich lustige Aktion am Start gehabt. Davon erzähle ich euch, wenn ich endlich mal über ihn schreibe. Auf jeden Fall holte mich „Ss“ dann ab und wir sind zu mir nach Hause gelaufen. Neben meiner damaligen Wohnung, in der ich übrigens gerade mal einen Monat übergangsweise gewohnt hatte, war eine sehr gute Eisdiele. Wir haben uns ein Eis mitgenommen und es bei mir gegessen und geredet. Es war erstmal bisschen distanzierter und wir sind nicht direkt auf einander losgestürmt. Nachdem wir das Eis verputzt hatten, fingen wir an süße Küsse auszutauschen. Ich hatte eine wunderbare Fensterbank. Sie war mein Lieblingsort in der Wohnung. Sie war in einer guten Sitzhöhe. Ich konnte mich da perfekt entspannen und hatte eine unglaubliche Aussicht aus dem sechsten Stock.

Zu der Zeit hatte ich eine einzige kleine Matratze in meiner Wohnung, also waren bequeme Übernachtungen bei mir nicht möglich. Deshalb war unser Plan die Nacht bei ihm zu verbringen. Auch kochen war nicht wirklich möglich, weil ich keine Utensilien hatte. Ich ernährte mich den Monat fast ausschließlich von Brot. Ich besaß eine Zeit lang nur eine Tasse und ein Messer. Irgendwann hatte mir meine Mutter ein paar Sachen geschickt, aber Töpfe oder Löffel waren nicht dabei.

Er schrieb mir bevor wir uns gesehen hatten, ob ich schon Mal ferngesteuert worden bin. Ich verneinte und meinte, dass es sicher geil wäre. Jetzt könnt ihr euch sicher denken, was dann passierte, haha. Bevor wir die Wohnung verlassen hatten, hab ich mir dieses Vibrobullet in meine Vagina geschoben. Die Vibration war nicht stark genug um mich zum verzweifeln zu bringen, wie ich das aus den Pornos kenne. Es war eher der Aspekt der Kontrolle, der mich anmachte. Wir liefen händchenhaltend an der Kö entlang. Es war aufregend, wunderschön und total schräg. Mir interessiert es wenig, was andere Menschen über mich denken. Trotzdem fragte ich mich was die Leute wohl über unsere Kombo denken. Er nach der Arbeit im Hemd und Laptoptasche; ich in Leggins, Schlabberpulli und Sportschuhen. Ich kann mir vorstellen, dass der Kontrast sehr liebenswert ausgesehen haben muss. Aber vielleicht war es auch nur ein Wunsch von mir. Ist auch nicht so wichtig.

Wir sind Richtung Asia-Supermarkt gegangen um für das Abendessen einzukaufen. Ihr wisst ja, dass ich in der Gegend arbeite. Ich habe mir nichts dabei gedacht, als ich den Supermarkt angesteuert hatte und an meiner Arbeit zwangsweise vorbeilaufen musste. Außer ich hätte eine Detour gemacht. Normalerweise steht kein Mensch da in dem Bereich, aber genau an dem Tag stand gefühlt meine halbe Abteilung draußen. Sie kannten teilweise meine Sexgeschichten und wussten genau, dass es ein Date war und nicht mein fester Freund oder ähnliches. Und natürlich sind die Menschen neugierig und glotzen was das Zeug hält. Einerseits war mir das so ziemlich egal, anderseits dachte ich mir, dass es die nichts angeht und die nicht wissen müssen, wie die Kerle, die ich treffe aussehen. Ich begrüßte sie flüchtig und wir sind weiter gezogen.

Natürlich wurde ich zwischendurch immer zum vibrieren gebracht. Komischerweise empfand ich es in dem Supermarkt besonders schlimm, aber auch besonders erregend. Ich kann es nicht genau erklären, aber ich glaube, dass es daran lag, dass ich mich auf den Einkauf konzentrieren wollte. Vielleicht lag es auch daran, dass er davor ziemlich berechenbar war. Ich fand es total süß irgendwie. Hachja, Gefühle und so. Man findet wahrscheinlich jeden Mist irgendwie toll, wenn man in jemanden verknallt ist. Bei mir als Borderliner schießen da schon mal schnell Gefühle hoch. Ich vertraue mir da auch erstmal nicht. Erst wenn es eine Weile bleibt, kann ich ernsthaft behaupten, dass ich eine Person wirklich mag. Ja, ich weiß, dass ich Borderline oft erwähne. Ich beschäftige mich seit einer Weile intensiver damit und mir ist bei einer intensiveren Beziehung wichtig das mit meinen Mitmenschen zu kommunizieren. Nicht weil ich die Störung auf die Goldwaage legen möchte, sondern weil ich es fair finde, die Menschen vor meinem Gefühlschaos zu schützen.

Nachdem der Einkauf erledigt war, sind wir Richtung Bahnhof gelaufen um nach Bochum zu fahren. Bei ihm angekommen habe ich angefangen uns was zu kochen. Vergisst nicht, das Vibrobullet war immer noch im Spiel! Wir hörten auf meinen Wunsch Songs von der Band ‚Against the Current‘ dabei und ich freute mich darüber beim kochen singen zu können. Es gab gebratene Udon Nudeln mit Sojasproßen, Pakchoi, irgendwelchen asiatischen Pilzen und Garnelen. Die Nudeln wurden bisschen matschig, aber letztendlich hat es richtig gut geschmeckt. Vor allem mit jede Menge von Sriracha Sauce, nach der wir beide ziemlich süchtig sind.

Ich weiß, dass ihr auf den Teil mit der Session wartet. Die gibt es im nächstem Teil, hier! (:

Ps: Ich habe gemerkt, dass ich ein wenig unentspannt die letzten Teile geschrieben hatte, weil ich euch so schnell wie möglich viel sexuelles erzählen wollte. Deshalb nehme ich mir ab jetzt gemütlich so viel Zeit wie möglich, um über alles nachzudenken und die Geschichte selber mehr zu genießen. Sex und Sessions sind ein Teil unserer Verbindung, aber ich möchte gerne auch über den menschlichen Aspekt und unsere Erlebnisse erzählen. Ich bin mir nicht sicher ob es euch überhaupt interessiert, aber ich bin der Meinung, das eine vollständige Geschichte, eine mehr erfüllende sein kann.

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Ein Gedanke zu “#2.4 – Ferngesteuert!

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