totd #25 – Demisexualität

„Du kleines gieriges Mädchen.“; sagte mein letztes Date zu mir. Ja, irgendwie hatte er Recht. Ich bin verdammt gierig. Nach Emotionen, Impact und neuen Dingen. Ob es schon so schlimm ist um als eine Sucht zu bezeichnen weiß ich nicht. Da ich nicht sehr oft masturbiere ist es nicht so schlimm, aber wenn ich es tue, bin ich schon sehr süchtig nach noch mehr Orgasmen. Mehr zum Thema Selbstromantik findet ihr hier.

Ich hatte eine sehr lange Zeit meinen sexuellen Trieb nicht verstanden. In Beziehungen war ich immer notgeil um danach wieder enttäuscht zu sein. Inzwischen weiß ich ja, dass es am Vanilla-Sex lag. Seit Kink bin ich nicht mehr enttäuscht, aber manchmal einfach nicht zu „sättigen“. Habe ich zumindest das Gefühl. Gleich dazu mehr. Einerseits hatte ich so viel Drang und anderseits ist mir Sex vollkommen egal. Ich wollte nur dauernd welchen haben, wenn ich Gefühle für eine Person hatte. Je mehr Gefühle, desto mehr Verlangen. Ich hatte immer das Gefühl irgendwas stimmt mit mir nicht.

Bis ich die Bezeichnung „Demisexualität“ gefunden habe. Ja, ein weiter Label. Für mich nur einer von vielen. Mehr darüber hatte ich in meinem Blogeintrag über Authentizität geschrieben. Wie bei allen anderen Labels muss nicht alles zutreffen, was in der Definition steht. Jedoch ist es eine, zu der ich am verbundesten fühle.

Wenn mich jemand gefragt hatte, auf welchen Typ Männer ich vom Aussehen stehe, war meine Antwort meistens, dass es mir nicht so wichtig ist. Ich habe Präferenzen, die mein Herz höher schlagen lassen, aber ich hatte jede Menge tolle Begegnungen, wo keine meiner bevorzugten Kriterien erfüllt waren, es aber trotzdem schön war. Wer es trotzdem gerne wissen möchte, hier ein paar Details zu meinen Vorlieben. Ich finde Asiaten sehr attraktiv. Vorallem die Frauen. Aber ich fühle mich zu Frauen nur bedingt sexuell angezogen. Wer weiß ob sich das noch ändern wird. Ich finde dunkle Haare schöner als blonde Haare. Ohne Witz, für mich sehen die meisten Blondinen auch gleich aus. Ich mag Tattoos, Piercings und lange Haare.

Ich weiß total der Hipsterlook und so, aber blonde lange Haare im Dutt ist einfach grrr. Locken finde ich auch süß und mag den Drei-Tage-Bart an meiner Haut. Ich würde aber zu einem schönen, gepflegten Bart auch nicht nein sagen. Große Männer finde ich auch attraktiv. Ich mag diesen Kontrast zu meinen 1,59m. Was ich gar nicht mag sind diese krassen Pumper. Ich mag schöne definierte Muskeln, aber keinen Schrank. Naja, aber eigentlich ist es mir recht Wurst ob derjenige eine Glatze hat, nicht die tollste Figur hat oder nicht der größte in der Menschenmenge ist.

Mit dummen Menschen konnte ich noch nie wirklich was anfangen. Mit dumm meine ich tatsächlich schon, wenn jemand keine Unterhaltung führen kann. Ich liebe Menschen mit Geschichten. Menschen die Ambitionen haben oder einfach nur vielschichtig sind und sich für viele Dinge interessieren. Vielleicht fand ich „Nerds“ deshalb schon immer total attraktiv. Klar, gab es schon mal Fälle, wo man stundenlang über eine Sache geredet hat, ich sie zwar erstmal interessant fand, aber letztendlich doch nicht so unglaublich detailierte Informationen erfahren wollte. Ich denke man sollte für alles ein Mittelmaß finden, aber die Aussage ist auch ein No-Brainer.

Meistens waren tiefgründige Gespräche einer der Gründe warum ich mich zu einem Menschen angezogen gefühlt habe. Es ist öfters so, dass man bei Dates mit sexuellem Interesse versucht diese Illusion zu erschaffen, dass es nicht nur um Sex geht. Das meine ich aber gar nicht. Es geht eher darum, dass man ehrliche Interesse an der Persönlichkeit und Interessen einer Person empfindet. Alles andere finde ich inzwischen ziemlich flach und bedeutungslos. War es eigentlich schon immer, ich habe mich nur damit zufrieden gegeben, weil ich aus welchen Gründen auch immer dachte, dass es sich so gehört. Weil man gesagt bekommt, dass man verliert, wenn man sich verliebt oder mehr empfindet als die andere Person.

Ich denke nicht, dass Gefühle das Problem sind. Eher, dass man Gefühle mit Besitz verbindet. Natürlich kenne ich das. Man ist verliebt und möchte gerne so viel Zeit wie möglich mit einer Person verbringen. Wenn die andere Person keine Zeit hat oder mehr Freiheiten braucht, passiert es schon mal, dass man sich persönlich angegriffen fühlt. Man hat Angst nicht wichtig genug zu sein, dass man keine Priorität darstellt. Liebe = Exklusivität. Ich bin immer noch mittendrin mich von diesen vorgeschrieben Werten zu trennen. Mehr dazu im Beitrag über Solo-Polyamorie.

Das wären wir zurück beim Thema Gier. Hachja, in manchen Situationen bin ich überfordert mit meinen Trieb. Ich habe das Gefühl, egal wie lange ich penetriert, gefingert und verwöhnt worden bin, ich nicht genug davon kriege. Es schwirrt mir im Kopf rum, dass ich gerne noch mehr benutzt werden möchte. Manchmal kann deshalb gar nicht einschlafen und hoffe die Person wacht dann Nachts auf und nimmt einfach durch. Nicht genug klingt so negativ, ich würde eher sagen es geht in Richtung, ich möchte viel mehr von den Drogen haben! Ich möchte mehr davon, weil die so gut waren.

Fazit? Je mehr tolle Gespräche, desto mehr Gefühle entwickele ich für die Person. Mit mehr Gefühlen steigt bei mir die Lust. Auch in langjährigen Beziehungen mit für mich nicht optimalem Sex, ist bei mir die Lust nie eingeschlafen. Ich wollte es wirklich immer, obwohl ich wusste, dass ich nicht das erleben werde, was mich erfüllen würde. Es war immer sehr verwirrend für mich. Ich bin mir nicht mal sicher ob Demisexualität die Beschreibung dafür ist, aber ich möchte so gerne intim mit den Meschen sein, die ich liebe.

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Ein Gedanke zu “totd #25 – Demisexualität

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