totd #7 – Verlust der Intimität

Heute möchte ich euch ein wenig über meinen Kummer erzählen. Es wird wahrscheinlich nicht oft vorkommen, dass ich hier sentimental werde, also genießt es (:

Wann hattet ihr euren ersten Dom oder Sub? Wie hat es sich für euch angefühlt? Wie war es, als die Spielbeziehung irgendwann zu Ende war?

Wisst ihr, für mich war mein erster Dom was ganz besonderes. Und es ist noch nicht so lange her, dass es zwischen uns vorbei ist, deshalb kann ich euch frisch gebrüht noch erzählen was ich empfinde. Ich weiß nicht mal wo ich genau anfangen soll. Wie war das psychologisch gesehen? Erst mit negativen Dingen anfangen und dann die positiven erwähnen, damit den Menschen das Positive in Erinnerung bleibt? Ach, verdammt, ich mach’s wie ich es sonst auch immer mache; nämlich Freestyle. Der erste Dom; es fühlt sich für mich an wie die erste Liebe. Man ist unschuldig, unbefleckt und sieht in ihm so eine Art Gottheit. Also zumindest ist es bei mir so, dass er den Maßstab für meine Sexualität gelegt hat. Ich habe andere Doms getroffen und werde in Zukunft irgendwann wieder andere treffen, aber wahrscheinlich kann man die ersten Male nie wirklich ersetzen. Zumindest strebe ich die Gefühle an, die ich bei ihm fühlte.

Zu Gefühlen als Sub, habe ich mal was schönes geschrieben. Hier könnt ihr es lesen, falls ihr es noch nicht getan habt (:

Denkt ihr manchmal auch noch an eure erste Liebe? Ich denke zum Beispiel immer noch ab und zu daran, wie er mich das erste Mal geküsst hat. Es war eine ziemlich platonische Beziehung, aber man, ich wollte ihn so sehr. Für mich war eine D/S- Beziehung fast schon intimer als eine normale, wenn ich darüber nachdenke. Ich liebte meinen Dom und vertraute ihm wie keinem anderem. Ich fühlte mich sicher und geborgen. Ich liebte es ihm zu gehören und ihm meinen Verstand und meinen Körper anzuvertrauen. Er war meine Droge, die mich erfüllt und glücklich gemacht hat. Ich weiß, es klingt nach einem unglaublich ungesundem Schwärmen, aber auch ich als Sub habe zu dieser intimen Verbindung was beigetragen. Wenn es einen Gott da oben geben sollte, dann bitte ich ihn mir eines Tages wieder solche intimen Gefühle zu schenken.

Er war keinesfalls perfekt, vielleicht deshalb liebte ich ihn so sehr. Weil ich auch nicht perfekt bin. Weil keiner von uns perfekt ist. Das Schöne ist, dass man sich gegenseitig Dinge beibringen kann und zusammen einen Weg geht, der beiden die Erfüllung schenkt. Auf anderen Ebenen unserer Beziehung, würde ich mich nicht trauen über Liebe zu sprechen. Klar, liebte ich ihn auch als Menschen und hege sogar romantische Gefühle für ihn. Vielleicht weil ich es mir nicht eingestehen möchte, vielleicht, weil ich schon zu sehr befleckt bin um zugeben zu können, dass ich einen Mann liebe. Wenn ich darüber nachdenke, weiß ich gar nicht was wahre Liebe auf einer romantischen Ebene bedeutet. Vielleicht weil es mit dem egoistischem Verlangen verbunden ist, dass der andere einem gehört. Das man bedingungslos geliebt wird.

Als sein Sub fühlte ich mich unglaublich stark, schön und begehrt. Alles andere schien unwichtig und bedeutungslos. Klar weiß ich, dass es nur ein ‚Spiel‘ ist. Vielleicht stehe ich sogar auf 24/7? Damit müsste ich mich irgendwann intensiver befassen. Zumindest kann ich inzwischen nachvollziehen, warum Menschen diesen Lebensstil bevorzugen und praktizieren. Damals als ich mich neu mit der Materie beschäftigt hatte, ging es nicht in meinen Kopf, warum man jemanden immer kontrollieren möchte oder warum einer jemandem bestimmen lassen möchte. Ich kann mir vorstellen, dass es diese Sicherheit ist, die man dadurch erlangt. Und für beide Seiten die Begierde und Bestätigung wichtige Aspekte darstellen. Da würde ich mich auf jeden Fall über Input von euch freuen, die in so einem Verhältnis mal waren oder sind (:

Ich weiß nicht ob ich einfach labil bin oder plötzlich irgendeine komische Psychose entwickelt habe. Aber verdammt. Mein Körper reagiert so heftig auf die Trennung, wie noch nie in meinem Leben. Ich meine als Frau heult man rum und wenn man irgendwie durchdreht, dann betrinkt man sich oder macht irgendwas dummes wie eine Nachricht absenden, die nicht wirklich gesund und fördernd ist. Wisst ihr, ich wache so oft mit einer Panikattacke auf oder verfalle mitten bei einer Beschäftigung in eine leichte Panik, wenn mir bewusst ist, dass er nicht mehr da ist. Es fühlt sich tatsächlich an wie ein richtig beschissener Drogenentzug. Manchmal fange ich an grundlos zu zittern und weiß gar nicht mehr wirklich wie ich mit dem allem umgehen soll. Mein ganzer Körper sehnt sich nach seinen Berührungen. Mein Verstand möchte befreit werden.

Ich glaube daran, dass ich das alles überwinden werde und ich ein wenig stärker werde. Vielleicht bin ich irgendwann so stark, dass ich eines Tages keine Angst mehr vor der Liebe und Nähe haben muss.

Hoffentlich hat der Text euch nicht zu sehr runtergezogen. Nächstes Mal wird es bestimmt wieder fröhlicher!

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Ein Gedanke zu “totd #7 – Verlust der Intimität

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